Eine Automatikgetriebe-Spülung (oft nach der „Tim-Eckart-Methode“ benannt) ist deutlich gründlicher als ein einfacher Ölwechsel. Während beim bloßen Ablassen oft bis zu 50 % des alten Öls im Drehmomentwandler/Wärmetauscher und in den Leitungen verbleiben, wird bei der Spülung das gesamte System gereinigt.
Hier ist der typische Ablauf in unserer Werkstatt:
Bevor es losgeht, prüft der Mechaniker den Fehlerspeicher und macht eine Probefahrt. So wird sichergestellt, dass Schaltprobleme wirklich am Öl liegen und nicht an einem mechanischen Defekt, den auch frisches Öl nicht mehr heilen könnte.
Das Auto wird an unser professionelles Servicegerät angeschlossen. Dies geschieht meist über die Leitungen des Getriebeölkühlers. Das Gerät bildet nun einen geschlossenen Kreislauf mit dem Getriebe.
Ein spezieller Getriebereiniger wird dem alten Öl beigemischt. Unsere verwendeten Produkte stammen aus den USA und basieren auf einem ATF Öl, nicht wie vile andere Produkte die reine Kohlenstoffvernichter sind und so auch das Getriebe beschädigen könnten. Das Fahrzeug läuft und fährt dann etwa 10 bis 15 Minuten auf der Hebebühne, wobei alle Gänge mehrmals durchgeschaltet werden. Der Reiniger löst Ablagerungen, Schlamm und Verharzungen in den feinen Kanälen der Steuereinheit / Mechatronik.
Nachdem das System Vorgespült wurde, wird die Getriebeölwanne demontiert:
Magnetreinigung: In der Ölwanne sitzen Magnete, die Metallabrieb auffangen. Diese werden gründlich gereinigt oder erneuert. Einige Materialien bestehen jedoch nicht aus Eisen oder Stahl und bleiben nicht am Magneten hängen, warum Fachleute dringend zur Spülung raten.
Filtertausch: Der Getriebeölfilter (Filterelement) oder auch Ölwanne mit integriertem Filter wird gegen ein Neuteil in OE Qualität ersetzt.
Dichtung: Die Ölwanne bekommt eine neue Dichtung und wird mit dem exakten Drehmoment wieder montiert.
Das ist der wichtigste Teil:
Altöl ist raus, Filterelement oder auch Ölwanne mit integriertem Filter wurden montiert, also: Neuöl rein!
Keine Vermischung: Durch den Druckunterschied wird das alte Öl restlos aus dem Drehmomentwandler und den Kühlleitungen verdrängt.
Sichtkontrolle: Über unsere großen Zylinder mit über 20 Litern Volumen sieht man deutlich, wie die Farbe des Öls von „Dunkelschwarz/Verbrannt“ zu „Kirschrot“ (oder der entsprechenden Originalfarbe) wechselt.
Das Getriebe wird nun final mit der exakt vom Hersteller vorgeschriebenen Menge Öl befüllt. Da sich Öl bei Wärme ausdehnt, muss der finale Füllstand meist bei einer spezifischen Getriebeöltemperatur (z. B. 40°C) per Diagnose-Tester kontrolliert werden.
| Problem | Lösung durch Spülung |
|---|---|
| Ruckeln beim Schalten | Saubere Kanäle lassen Ventile wieder präzise arbeiten. |
| Verzögerte Gangnahme | Der korrekte Öldruck wird schneller aufgebaut. |
| Hoher Verbrauch | Weniger Schlupf im Wandler verbessert den Wirkungsgrad. |
| Lebensdauer | Weniger Abrieb im Öl verhindert vorzeitigen Verschleiß. |
Ein kleiner Hinweis: Viele Hersteller sprechen von einer „Lifetime-Füllung“. Die Praxis zeigt jedoch, dass ein Getriebe nach 80.000 bis 120.000 km deutlich von einer Spülung profitiert, da jedes Öl mit der Zeit altert und seine Schmiereigenschaften verliert.
Beobachtest du bei deinem Fahrzeug bereits konkrete Probleme wie "hartes" Schalten oder eine rutschende Kupplung? Dann melde dich DRINGEND bei uns!